Erster Boeing-Dreamliner 787 wird gebaut

Der Flugzeughersteller Boeing hat diese Woche mit der Endmontage des ersten “Dreamliner” B787 in Everett begonnen. Der Rollout des neuen Jets ist für 8. Juli geplant, erste Testflüge sollen knapp danach stattfinden. Für die Erstkunden All Nippon Airways und Air New Zealand wird es den Dreamliner dann ab Mai 2008 geben. Das Revolutionäre am neuen Boeing-Flugzeug - übrigens der ersten Jet-Neubaus seit mehr als zehn Jahren - ist, dass er zu einem Großteil aus Verbundstoffen gefertigt ist und damit um 20 Prozent weniger Sprit verbraucht als seine Konkurrenten in der gleichen Größe.

Vom mittelgroßen Jet, der je nach Sitzkonfiguration zwischen 210 und 330 Passagiere fasst und bis zu 15.000 Kilometer weit fliegen kann, wurden bereits 568 Stück von 44 Fluggesellschaften geordert. Damit konnte Boeing seinen Konkurrenten Airbus schlagen. Der A380 - das größte Passagierflugzeug - hat aufgrund technischer Probleme zwei Jahre Verspätung bei der Auslieferung. Zudem fiel das Käuferinteresse des Langstreckenjets A350 - den es bisher nur am Reißbrett gibt - zugunsten der 787 aus. Ähnlich wie beim Konkurrenten Airbus wurden auch für die Boeing 787 viele Einzelteile aus allen möglichen Ländern nach Everett geflogen, wo das Flugzeug schließlich zusammengebaut wird. Rund sieben Wochen dauert die Fertigung der ersten 100 Jets, danach wird die Bauzeit auf nur noch sechs Tage pro Flugzeug schrumpfen.

Die österreichischen Unternehmen Fischer Advanced Composite Components (FACC) AG, TTTech Computertechnik AG, Austriamicrosystems AG und Boehler Schmiedetechnik GmbH & Co KG haben erst vor kurzem eine Reihe von hochtechnologischen Systemen und Strukturen vorgestellt, die für den neuen Boeing 787 Dreamliner entwickelt und hergestellt werden. Österreichische Zuliefererverträge für das 787-Programm haben insgesamt einen mehrfachen Millionen-Dollar-Wert über den gesamten Verlauf des 787-Programms, berichtet Boeing. “Österreichische Technologien tragen dazu bei, die Ziele des 787 Programms in Hinblick auf Innovation, Passagierkomfort und Umweltverhalten zu erreichen”, sagte Bob Noble, Vice President bei Boeing 787 Global Partners. “Wir freuen uns, dass einige der technologisch führenden österreichischen Unternehmen am Dreamliner beteiligt sind.”

Boeing schlägt derzeit auf allen Linien einen Konfrontationskurs mit Airbus ein. Auch im Segment Großjets will man dem europäischen Konkurrenten ordentlich Druck machen. Die Boeing 747-400 wird als 747-8 wesentlichen Modifikationen unterzogen, die die Treibstoffkosten um 16 Prozent gegenüber dem Vorgängermodell verringern sollen. Ein weiterer Vorteil sei, dass der neue Jumbo keine baulichen Veränderungen an Flughäfen nötig macht. Erstkunde der B747-8 ist übrigens Lufthansa. Auch im Segment Kurz- und Mittelstreckenjets arbeitet der US-Konzern mit Nachdruck. So wurde die Weiterentwicklung der äußerst erfolgreichen Serie B737 mit der 900er Serie beschlossen. Dadurch will man gleich zwei Konkurrenzprodukte, den A320 und den A321, aus dem Rennen boxen. Hauptargument ist das verringerte Gewicht und dadurch eine Minimierung des Treibstoffverbrauchs zwischen fünf und zehn Prozent.

© pte

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